Nobel-Experte: Auch dritte Auszeichnung mit Nobelpreis kein Problem
Für die Auswahl spielt es bei den Nobelkomitees keine Rolle, ob jemand schon zuvor mit dem Preis ausgezeichnet wurde
(dpa) Der US-Forscher Barry Sharpless erhält in diesem Jahr schon zum zweiten Mal einen Chemie-Nobelpreis - und auch einem dritten steht theoretisch nichts im Wege. Für die Auswahl der Preisträgerinnen und -träger spielt es bei den Nobelkomitees keine Rolle, ob jemand schon zuvor mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wurde. «Wir schauen nur auf den Wert der Entdeckungen und Verbesserungen, nicht auf frühere Preise», erklärte ein Mitglied des Chemie-Nobelkomitees, Peter Somfai, der Deutschen Presse-Agentur in Stockholm. Voreingenommen wegen vorheriger Nobelpreis-Ehren sei man nicht. Basis für die Vergabe seien nur die eingegangenen Nominierungen.
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Sharpless war am Mittwoch gemeinsam mit Carolyn Bertozzi und Morten Meldal der diesjährige Chemie-Nobelpreis zugesprochen worden. Die drei gelten als Vordenker der sogenannten Click-Chemie, mit der chemische Bausteine vergleichsweise einfach miteinander verbunden werden können. Sharpless hatte den Nobelpreis in der Kategorie 2001 schon einmal erhalten. Damit wird der 81-Jährige nach der Preisübergabe im Dezember die einzige Person neben Frederick Sanger sein, die in ihrem Leben zwei Chemie-Nobelpreise bekommen hat. Insgesamt haben einschließlich Sharpless sieben Menschen oder Organisationen mehrmals einen Nobelpreis erhalten.
Die von den Chemie-Nobelpreisträgern vorangebrachte Click-Chemie hat unter anderem die Entwicklung von Arzneimitteln vereinfacht. «Zum Beispiel gibt es laufende Entwicklungen von Krebsmedikamenten auf Basis der Click-Chemie. Das wird der Menschheit definitiv zugutekommen», sagte Somfai. Anwendung finde das Konzept außerdem etwa bei der Entwicklung neuer Materialien für den Alltags- und Spezialgebrauch und beim Verständnis biochemischer Prozesse.
«Es ist ein effizientes Werkzeug zum Verbinden zweier Moleküle - und Dinge miteinander zu verbinden, das ist das Herzstück der Chemie», sagte Somfai. «Click-Chemie ist supereinfach: Man setzt diese Dinge einfach zusammen und sie werden reagieren.»
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