Linde und Praxair wollen Unternehmensteile mit Milliardenwert abstoßen
(dpa-AFX) Die Gasehersteller Linde und Praxair wollen ihre geplante Fusion laut Insidern mit dem Verkauf milliardenschwerer Unternehmensteile bei der EU-Kommission durchbekommen. Dabei gehe es um Teile des Industriegase-Geschäfts in Europa und den USA im Wert von etwa acht Milliarden US-Dollar (6,5 Mrd Euro), berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
An den Geschäftsteilen haben den Insidern zufolge Rivalen wie Air Liquide, Air Products & Chemicals, die deutsche Messer Group und die japanische Taiyo Nippon Sanso mit ihrer Tochter Matheson Interesse gezeigt. Auch Finanzinvestoren dächten über Gebote nach, darunter KKR und Carlyle. Der Finanzinvestor CVC Capital Partners arbeite bereits mit der Messer Group zusammen.
Die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile haben den Insidern zufolge im Jahr 2016 zusammen einen Gewinn von 700 Millionen Dollar erzielt. Üblicherweise werde als Kaufpreis das Zehn- bis Zwölffache davon angesetzt.
Ein Messer-Sprecher bestätigte, sich die Sache gemeinsam mit CVC anzusehen. Air-Liquide-Chef Benoit Potier hatte im Februar Interesse signalisiert, ein Sprecher äußerte sich nun aber nur allgemein dazu. Sprecher von Linde, Praxair, Air Products, Carlyle, CVC, Matheson und KKR lehnten eine Stellungnahme ab. Bei Taiyo Nippon war zunächst niemand zu erreichen.
Die Wettbewerbshüter der EU hatten die vertiefte Prüfung der geplanten Milliardenfusion zwischen Linde und Praxair erst vor wenigen Tagen bis 18. Juli verlängert. Die beiden Unternehmen hatten ihren Zusammenschluss im vergangenen Sommer vereinbart.
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