Glyphosat-Klagen: Weiterer US-Prozess gegen Bayer verschoben
(dpa) In den USA ist ein weiterer wichtiger Prozess gegen Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter verschoben worden. Die Streitparteien hätten sich auf eine Vertagung der Gerichtsverhandlung geeinigt, um mehr Zeit für Vergleichsgespräche zu gewinnen, teilte Bayer am Freitag mit. Der Prozess der Klägerin Kathleen Caballero hätte eigentlich an diesem Freitag bei einem Gericht im kalifornischen Martinez beginnen sollen.
Vor einer Woche war bereits ein ähnliches Verfahren in St. Louis mit der gleichen Begründung verschoben worden. Wie es dort weitergeht, war bis zuletzt unklar. Bayer betonte erneut, sich «konstruktiv» beim Mediationsprozess unter Aufsicht des gerichtlich bestellten Schlichters Ken Feinberg zu engagieren. Der Konzern machte zugleich klar, dass es noch keinen Deal mit den Klägeranwälten und auch keine Gewissheit und keinen Zeitplan für eine Einigung gebe.
Der Finanzdienst Bloomberg hatte in der Vorwoche unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen berichtet, dass Bayer die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten möglicherweise für zehn Milliarden Euro beilegen könne. Zuvor hatte es bereits Berichte über einen bevorstehenden Vergleich gegeben. Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto Rechtsrisiken ins Haus geholt, die zu mehr als 42.700 Klagen führten.
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