CO2 wird neuer Baustein für Schmierstoffe
Fünf Projektpartner aus Industrie und Akademie wagen sich auf technologisches Neuland
Vier Unternehmen und ein akademisches Institut haben sich der Aufgabe verschrieben, das schädliche Treibhausgas Kohlendioxid als Ausgangsmaterial für nachhaltige Schmierstoffe einzusetzen. Im Projekt mit dem Namen "CO2Lubricants" wollen die Partner das Kohlendioxid von Industrieemissionen oder aus der Atmosphäre verwenden, um es mit Hilfe chemischer und biotechnologischer Verfahrensschritte in Schmierstoffe umzuwandeln. Gefördert wird das Konsortium vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH wirkte bei der Konsortiumsaufstellung und bei der Antragstellung unterstützend mit.

Die Partner des neuen BMBF-Projekts "CO2Lubricants" wandeln Kohlendioxid aus industriellen Verbrennungsprozessen oder aus der Atmosphäre in nachhaltige Schmierstoffe um.
CC0 Public Domain the3cats / pixabay.de
Kohlendioxid kann von verschiedenen Mikroorganismen sehr gut als Nährstoff (Kohlenstoffquelle) verwertet und zu neuen Produkten - wie beispielsweise Lipiden - umgewandelt werden. Für die Herstellung von Hochleistungsschmierstoffen werden diese Lipide dann aus den Mikroorganismen extrahiert und entweder als solche oder in weiterverarbeiteter Form eingesetzt. Im Projekt CO2Lubricants stammt das Kohlendioxid zum Teil aus Rauchgas, das bei industriellen Verbrennungsprozessen entsteht, oder aus verdichtetem CO2, das aus der Atmosphäre gefiltert wurde. Als Mikroorganismen sollen Algen und Hefen genutzt werden, die einen hohen Anteil an Lipiden produzieren. Mikroalgen können mit dem verfütterten CO2 so z.B. einen Lipid-Anteil von bis zu 80 Prozent ihres Gewichtes erreichen. Für die Projektpartner wird dabei eine der großen technologischen Herausforderungen sein, Öle mit den gewünschten Reibungseigenschaften zu erhalten.
Das Thema Nachhaltigkeit ist Dr. Philipp Altmann, Koordinator des Projekts, ein wichtiges Anliegen: "Eine Besonderheit der in CO2Lubricants geplanten Arbeiten ist, dass bei der Herstellung der Schmierstoffe nicht einfach nur weniger CO2 emittiert wird oder die Nettoproduktion von CO2 null ist; vielmehr wird CO2 durch Fixieren und Umwandeln aus der Atmosphäre faktisch entfernt."
In CO2Lubricants arbeiten die beiden Großunternehmen AUDI AG und Klüber Lubrication München SE & Co. KG, die mittelständischen Unternehmen provenion GmbH und Subitec GmbH und das Fachgebiet Industrielle Biokatalyse der Technischen Universität München zusammen an den gestellten Herausforderungen. Das BMBF unterstützt die Partner durch die Fördermaßnahme "CO2Plus - Stoffliche Nutzung von CO2 zur Verbreiterung der Rohstoffbasis" innerhalb des Rahmenprogramms "Forschung für nachhaltige Entwicklung - FONA3" mit rund 1,6 Millionen Euro. Der Förderzeitraum erstreckt sich über drei Jahre bis Mitte 2019.
Themen
Organisationen
Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft

Holen Sie sich die Chemie-Branche in Ihren Posteingang
Mit dem Absenden des Formulars willigen Sie ein, dass Ihnen die LUMITOS AG den oder die oben ausgewählten Newsletter per E-Mail zusendet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch die LUMITOS AG erfolgt auf Basis unserer Datenschutzerklärung. LUMITOS darf Sie zum Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung per E-Mail kontaktieren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der LUMITOS AG, Ernst-Augustin-Str. 2, 12489 Berlin oder per E-Mail unter widerruf@lumitos.com mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung des entsprechenden Newsletters enthalten.
Meistgelesene News
Weitere News von unseren anderen Portalen
Zuletzt betrachtete Inhalte
Forschungsausgaben in Firmen erstmals seit sieben Jahren gesunken - Bis zum Jahr 2025 wollen Staat und Wirtschaft für FuE 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ausgeben: Im Corona-Krisenjahr 2020 traten Unternehmen jedoch auf die Bremse
Biomasse sinnvoll nutzen: Eine chemische Industrie auf der Basis erneuerbarer Ressourcen

Multizyklische Molekülräder mit Polymerpotential - Moleküle, die wie miteinander verbundene Räder wirken, können lange Molekülketten zusammenhalten, um die Eigenschaften von weichen Polymeren zu verändern
Charles_K._Bliss
