Studie: Mittel für Forschung und Entwicklung bleiben stabil
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat die Bedeutung der öffentlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) unterstrichen. "Die Bundesregierung hat die Signale für die Zukunft richtig gestellt", sagte sie am Mittwoch anlässlich der Vorstellung des Berichts "Zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2002" in Berlin. So sei der Etat ihres Ministeriums für Bildung und Forschung seit 1998 um 25 Prozent gestiegen. Dem Bericht zufolge blieb der Anteil von Ausgaben für FuE am Bruttoinlandsprodukt (FuE-Intensität) durch die öffentliche Hand und die Wirtschaft im vergangenen Jahr mit 2,5 Prozent stabil. Im internationalen Vergleich liegt die FuE Intensität Deutschlands im oberen Mittelfeld. Insbesondere bei den weltweiten Patentanmeldungen habe Deutschland seine Stellung als zweitwichtigster Technologieexporteur der Welt behauptet. Die Verfasser des Berichts warnen allerdings angesichts der schwachen binnenwirtschaftlichen Dynamik vor einem Rückgang der FuE-Ausgaben. Sie plädieren für eine unverminderte öffentliche Förderung und sehen Bildung, Forschung und Innovation vor einer "Nagelprobe". Die Ministerin kündigte eine konsequente Fortsetzung der Innovationspolitik an. "Mit unseren Investitionen für Bildung und Forschung schaffen wir das Potenzial für wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze in den kommenden Jahren." Auch die Wirtschaft müsse ihren Teil für die Zukunftsfähigkeit durch Forschung und Entwicklung leisten.
In der Bildungspolitik sieht sich Bulmahn von der Studie bestätigt. So sei etwa die Modernisierung der Lehrberufe erfolgreich verlaufen. Mit der Reform des BAföGs im Jahr 1999 sei die Studierendenquote von damals 28,5 Prozent auf 35,6 Prozent im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Diesen Kurs wolle sie weiter entschieden verfolgen. "Nur wenn wir das gesamte Potenzial junger Menschen für eine gute Ausbildung mobilisieren, kann unser Land seinen hohen Lebensstandard halten", sagte die Ministerin.
Die Experten wiesen in ihrer Studie auf die starke Abhängigkeit zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Qualifikation der Bevölkerung hin. Weil im Vergleich mit der Vergangenheit und anderen Ländern in Deutschland ein sehr viel kleinerer Anteil junger Menschen technisch-naturwissenschaftliche Berufs- und Hochschulabschlüsse ergreife, sei ein Mangel an Fachkräften absehbar. Trotz der aktuell schwierigen Arbeitsmarktlage rechnen die Verfasser der Studie damit, dass die geringe Zahl der naturwissenschaftlich-technischen Absolventen der Bildungssysteme mittel- und langfristig zu einem Engpassfaktor im Innovationswettbewerb werden kann. Der Anstieg der Studienanfängerzahlen in der Informatik und den Ingenieurwissenschaften seit 1998 sei ermutigend, aber noch nicht ausreichend. Bulmahn will diesen Trend weiter fördern. "Die Verbesserung der Studienbedingungen und die Senkung der Abbrecherzahlen an den Hochschulen sind wichtige Ziele für diese Legislaturperiode."
Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit 2002 wurde durch führende wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute unter der Federführung des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NiW) und des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) erstellt.
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