Tarifrunde 2019: Ostchemie kämpft um Wettbewerbsfähigkeit
Die Forderungen der Gewerkschaft nach „einem spürbaren Lohnplus beim Entgelt“ sowie zusätzlichen finanziellen Leistungen gehen laut Arbeitgeberseite in die völlig falsche Richtung. „In den vergangenen Jahren sind die Entgelte stärker gestiegen als die Produktivität. Die Arbeitskosten dürfen in der jetzigen Situation nicht weiter steigen. Ansonsten läuft der Chemie-Standort Ostdeutschland Gefahr, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren“, warnt Jens Haselow, Verhandlungsführer der Arbeitgeber.
Die Forderung nach der Einführung eines mit jährlich 1.000 Euro zu befüllenden Zukunftskontos und mehr Zeitsouveränität sieht die Arbeitgeberseite ebenfalls kritisch. „Der Wunsch nach noch mehr Freizeit ist in Zeiten des Fachkräftemangels kein gangbarer Weg. Ferner haben wir im Osten mit dem Potsdamer Modell und LephA-TVplus bereits Tarifverträge, die den Arbeitnehmern die Flexibilisierung der Arbeitszeit, mehr Freiräume für Familienzeiten, Pflegezeiten oder Zeit für die individuelle Qualifizierung bieten. Das flexible Arbeiten in unterschiedlichsten Zeitmodellen ist ebenfalls möglich“, betont Haselow.
„Die Chemie-Industrie befindet sich mitten in einer Rezession, die Prognosen geben zudem keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Lage bessert. Zusätzlich erfordert der tiefgreifende Strukturwandel umfangreiche Investitionen, um sowohl die Produktion als auch die Arbeitsplätze zukunftsfähig zu machen. In der Summe ist schlichtweg kein Lohnplus möglich“, resümiert Haselow.
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